Rückblick: Markt der Nachhaltigkeit

Rückblick: Markt der Nachhaltigkeit

Bauchladen

Der Einsatz hat sich gelohnt und die hohe Beteiligung von über 30 Gruppierungen bestätigt, daß es auch „das andere Koblenz“, das für neue Ideen zur Nachhaltigkeit und Bürgerbeteiligung gibt. Der neue OB David Langer versicherte bei der frühabendlichen Podiums-Diskussion den Lokalen-Agenda-21-Aktiven, daß dieser Prozeß weiter geführt wird.

Cohousing ist mehr als nur gemeinsam Wohnen

Cohousing ist mehr als nur gemeinsam Wohnen

Über ihre Erfahrungen mit Cohousing, einer besonderen Form des gemeinschaftlichen Wohnens, wird Michaela Wolff beim nächsten Offenen Treff für „Neue Wohnformen“ am Donnerstag, den 28.06.18 um 19 Uhr im Haus der Begegnung berichten. Bei einer Exkursion nach Stockholm konnte sie in verschiedenen Wohnprojekten interessante Einblicke gewinnen und wird diese in Wort und Bild weitergeben.
Der Offene Treff ist ein gemeinsames Angebot vom Verein für gemeinsames Wohnen in Koblenz e.V. und dem Projekt „Wohnen für Hilfe“ und findet regelmäßig am letzten Donnerstag im Monat im Haus der Begegnung, An der Liebfrauenkirche 20, statt. Der Juli Termin fällt wegen der Sommerpause aus.
Nähere Informationen gibt es bei Anne Dommershausen (0261-9528981) und Michaela Wolff (wolffhehl@aol.com).

Markt der Nachhaltigkeit

Markt der Nachhaltigkeit

Bauchladen

bewusst (er) leben – mach mit!
Am Samstag, 16.6.2018, findet von 11:00 – 18:30 Uhr mit 30 Akteuren in der Altstadt von Koblenz der Markt der Nachhaltigkeit statt.
Der Verein Gemeinsam Wohnen in der Region Koblenz beteiligt sich an einer Bauchladen- Gruppe, die für Passanten ansprechbar ist. Dazu wurde ein Bauchladen erstellt: s.Foto
Zusätzlich zu dieser neuen Aktion gibt es einen Info-Tisch auf dem Jesuiten-Platz (Nr. 2 im Plan), wo auch Informationen und Gespräche angeboten werden. Hinweise zum Studierendenwerk Koblenz mit ihrer Gruppe „Wohnen für Hilfe“ sind an diesem Stadt auch zu erhalten. Interessen sind sehr herzlich willkommen.
Hier der Flyer: Link

Exkursion zu 3 innovativen Wohnprojekten in Darmstadt

Gemeinschaftliches Wohnen – Exkursion zu 3 innovativen Wohnprojekten in Darmstadt

Architekturanthropologische Veränderungen gehen mit einem veränderten Selbstverständnis der Menschen einher, die bei der Entwicklung neuer Wohnraumkonzepte nicht nur finanziell, sondern insbesondere ideell mitwirken. Von der erfolgreichen Umsetzung solcher Konzepte haben sich in der vergangenen Woche einige Mitglieder des Vereins Gemeinsam Wohnen i.d. Region Koblenz in Darmstadt, Kranichstein, überzeugt. Dort wurden drei verschiedene Wohnprojekte besichtigt.
Frau Birgit Diesing, Architektin und Stadtplanerin, Darmstadt, stellte das Konzept Genossenschafts-Wohnprojektes WohnSinn eG vor. Es wurde 1992 von einer Initiativgruppe gegründet und realisierte zwei U-förmige Gebäude mit geringen Flächenverbrauch, energiesparenden und ökologischen Baumaterialien und in Passivhaustechnik. Um ein generationenübergreifendes Zusammenleben und eine lebendige Nachbarschaft zu fördern, wurde eine sozial- und altersgemischte Bewohnerschaft mit Alten und Jungen, Menschen mit geringem und höherem Einkommen, Alleinstehenden und Familien, Menschen mit und ohne Behinderung und Menschen unterschiedlicher Herkunft angestrebt. Die Grundstücke für die Wohnprojekte wurden im Rahmen eines Erbpachtvertrages erworben. Ein Drittel der Wohnungen sind öffentlich geförderte Sozialwohnungen. Ein weiterer Teil der Wohnungen sind Mietwohnungen, die mit Hilfe der Genossenschaftseinlagen der Bewohner finanziert wurden. Die restlichen Wohnungen wurden als eigentumsähnliche Dauerwohnrechte an Genossenschaftsmitglieder verkauft. WohnSinn eG ist Preisträger von mehreren Wettbewerben wie u.a. Aktion Hessenhaus 2005 (Günstiges und qualitativ hochwertiges Bauen), Klaus-Novy-Preis 2007 und Genossenschaften Jung und Attraktiv (Genossenschaftstag 2006). 73 Wohnungen umfasst diese Anlage mit 8% der Nutzfläche für Gemeinschaftsräume und in der Praxis kann man sich davon überzeugen, dass das Zusammenleben bei WohnSinn durch Selbstverpflichtung zu nach-barschaftlichen Beziehungen und gegenseitiger Hilfe geprägt ist.
Der zweite Besuch galt einem generationenübergreifenden Mieter-Wohnprojekt, WohnArt 3 e.V. Das ist ein Projekt der Bauvereins AG Darmstadt und dem Mieterverein WohnArt 3 mit Unterstützung der Wohnsinn, die mit ihrer Genossenschaftgründung Vorreiter gewesen war. In diesem Mehrgenerationenwohnhaus, das auf einem Gelände von 3000 Quadratmetern in einem großen Winkel mit 3 Häusern bis zu 4 Etagen direkt neben der Wohnsinn eG liegt, gibt es drei rollstuhlgerechte, 30 frei finanzierte und 14 öffentlich geförderte Mietwohnungen, in denen 65 Erwachsene und 20 Kinder leben. Mitgestaltung bis hin zur Selbstverwaltung hat bei diesem Projekt oberste Priorität, ebenso die gemeinschaftliche Organisation von Freizeitaktivitäten. Diese eigenständige Verwaltung geht einher mit einer größeren Unabhängigkeit und einer Reduzierung der Nebenkosten. Ein Teil der Freizeitgestaltung kann durch solche Einsparungen finanziert werden. Mit der Größenordnung dieses Wohnprojektes wurden eine Reihe von Vorteilen zu erreicht, die z.B. bei dem einzigen Mietwohnprojekt in Koblenz der Koblenzer Wohnbau GmbH, in die Wege geleitet durch die Fraueninitiative Lokale Agenda 21 in Koblenz und Region, mit nur 11 Wohnungen nicht realisierbar waren. Es gibt einen schönen Innenhof mit Kinderspielplatz, zwei Gäste-Appartements, eine Werkstatt, einen großen und kleinen Gemeinschaftsraum und gemeinschaftliche Pkw-Nutzung. Zusätzlich sind ein Wasch- und Trockenraum, eine Fahrradwerkstatt im Keller mit Tageslicht, ein Büro und auch anmietbare Büros (Home Office) sowie Carsharing entstanden. Das Haus ist auch als Passivhaus mit überdurchschnittlicher Wärmdämmung isoliert, die Fenster und Türen sind 3-fach verglast und ein Lüftungssystem kontrolliert die Zu- und Abluft. Bei Bedarf, z.B. der älteren oder behinderten Bewohner, wird die zugeführte Luft aufgeheizt. Durch das Lüftungssystem entsteht ein gleichmäßig temperiertes Raumklima, das für Allergiker bestens geeignet ist. Neben den überzeugenden Eindrücken sind die Vorteile des Wohngebietes Kranichstein anzuführen: rundum Grünanlagen mit drei Seen, öffentlicher Nahverkehr mit gut ausgebauten Radwegen zur Innenstadt, Schulen, Kitas, Jugendeinrichtungen und Bürgerzentrum. Dieses Wohngebiet zeichnet sich als ein solides Experimentierfeld aus, in dem weitere Wohnprojekte geplant sind.
Auch im dritten Wohnprojekt, eine neugegründete Baugenossenschaft mit dem Namen AGORA Wohnen eG in Kranichstein, ist das Teilen von Ressourcen ein zentrales Anliegen. Ermöglicht wurde die Finanzierung durch Genossenschaftsanteile, Privatdarlehen und Spenden. Wie auch bei den vorherigen Projekten verfügt die AGORA Wohnen eG über eine sehr gute Infrastruktur, so dass eine Anbindung sowohl mit dem Stadtzentrum von Darmstadt als auch mit Frankfurt a./M. gewährleistet ist. In vier Häusern mit 50 Wohneinheiten wohnen 71 Erwachsene und 18 Kinder. Die Besonderheit von AGORA Wohnen eG ist die Einrichtung eines Kulturzentrums mit Gaststätte, die sich in kurzer Zeit zu einem wichtigen Kommunikationsmittelpunkt entwickelt hat. Das Kulturzentrum hat sich vielfältige Aufgaben, wie Kurse, Konzerte und Ausstellungen vorgenommen. Das Agora-Lokal mit der portugiesischen Übersetzung „Auf geht´s!“ liegt direkt am Park Rosenhöhe und bietet mit 60 Innen- und auch Außenplätzen am Anfang des generationenübergreifenden Wohnprojektes Raum für alle und eine vielfältige Küche. Hier wurde entgegen der Feststellung von Walter Gropius „Die Krankheit unserer heutigen Städte und Siedlungen ist das traurige Resultat des Versagens, menschliche Grundbedürfnisse über wirtschaftliche und industrielle Forderungen zu stellen.“ deutlich, dass sich für die von Walter Gropius formulierten Zielkonflikte Lösungswege finden lassen.
Darmstadt mit seinen 160 000 Einwohnern hat bis heute 10 Wohnprojekte und vier Wohnwagen-Stellplätze mit Vereinsstruktur. Das sind überzeugende Ergebnisse von Initiativ-Gruppen für verbindliche Gemeinschaftlichkeit, die nach Überzeugung der Vereinsvorsitzenden, Christine Holzing und Mitaktiven, nur in Zusammenarbeit mit kommunalen Entscheidungsträgern durch Bereitstellung von Bebauungsflächen mit Planungschancen zustande kommen.
Die Mitglieder des Vereins Gemeinsam Wohnen i.d. Region Koblenz laden interessierte Menschen ausdrücklich ein, an der Verwirklichung ähnlicher Wohnprojekte in Koblenz und Umgebung mitzuwirken.

Was gibt es Neues im Bereich Neue Wohnformen?

Was gibt es Neues im Bereich Neue Wohnformen?

Am Gründonnerstag, den 29. März um 19 Uhr findet das Offene Treffen für „Neue Wohnformen“ statt. Es besteht dort die Gelegenheit sich in ungezwungener Atmosphäre zu den neuesten Entwicklungen zu informieren, Gleichgesinnte zu treffen und Mitstreiter für bestehende oder geplante Projekte zu finden. Auch Studenten oder Wohnraumanbieter die sich für Wohnpartnerschaften im Rahmen von „Wohnen für Hilfe“ interessieren, können sich dort informieren.
Das offene Treffen ist ein gemeinsames Angebot vom Verein für gemeinsames Wohnen in Koblenz e.V. und dem Projekt „Wohnen für Hilfe“ und findet regelmäßig am letzten Donnerstag im Monat im Haus der Begegnung, An der Liebfrauenkirche 20, statt.
Nähere Informationen gibt es bei Anne Dommershausen (0261-9528981) und Michaela Wolff (wolffhehl@aol.com).

Wiederwahl im „Verein Gemeinsam Wohnen in der Region Koblenz“

Wiederwahl im „Verein Gemeinsam Wohnen in der Region Koblenz“

Bei der Jahreshauptversammlung am 21.11.2017 ergab sich eine Bestätigung des bisherigen Vorstandes und die Wahl der Schriftführerin Ortrud Diener. Vorsitzende bleibt Christine Holzing, Stellvertreterin Gesa Schmidt und Schatzmeisterin Dagmar Janssen. Der Verein unterstützt das Entstehen von gemeinschaftlichen Wohnprojekten und dient als Forum sowie Kontaktstelle. Pro Monat gibt es jeden dritten Dienstag im Monat ein Arbeitstreffen und seit 2017 zusätzlich ein Offenes Treffen jeden letzten Donnerstag im HdB an der Liebfrauenkirche.
Im Rechenschaftsbericht stellte Christine Holzing die vielfältigen Aktivitäten von Vereinsmitgliedern zusammen. Das Ziel ist, durch Vernetzung mit Interessierten, Gruppen, Politik und Verwaltung in der Stadt nicht nur für Senioren, sondern auch für jüngere Menschen und Familien Neue Wohnformen zu realisieren. Anders als in Koblenz sind in den letzten Jahren z.B. in Mainz und Kaiserslautern durch Unterstützung der Kommune eine Reihe von beispielhaften Projekten entstanden oder sind in konkreter Planung.
Der Verein Gemeinsam Wohnen hat sich aufgrund bisher mangelnder Grundstücke, Objekte und Träger vor allen kommunalpolitischen Fragen gewidmet:
• In der Folge seiner Initiative wurde eine „Sozialquote“, (in München „Sozialgerechte Bodennutzung“ genannt), erstmalig für die Fritsch-Kaserne vorgesehen.
• Der Verein hat ein Papier zur Wohnungspolitik in Koblenz vorgelegt, das der AK des Seniorenbeirates „Demografie und Stadtentwicklung“ fast vollständig übernommen hat.
• Auch hat der Verein einen vergleichsweise sehr gut besuchten Themenabend „Wohnen als Grundrecht“ durchgeführt. In den Ausführungen aus Darmstadt wurde beschrieben, wie bei der Grundstücksvergabe Chancengleichheit zwischen kleinen Wohnprojekten und großen Bauträgern durch Kriterien der Stadt zum „Geschützten Markt“ hergestellt werden kann: Nicht spekulativer Festpreis von Liegenschaften und ein gesicherter Zeitrahmen für die Projektentwicklung.
Für einen solchen Kriterienkatalog wird sich der Verein in Zukunft einsetzten, damit Projektgruppen sich nicht immer rechtfertigen müssen, warum sie eine Sonderbehandlung „verdienen“.

Nachtrag zum Themen-Abend am 13.11.2017

Nachtrag zum Themen-Abend am 13.11.2017

Wohnen als Grundrecht – Themen-Abend im Kurt-Esser-Haus
Die Veranstaltung traf auf vergleichsweise sehr großes Interesse und die drei Vorträge gaben viele Informationen, Denk-Anstöße und wichtige Hinweise. Zu Vergabeverfahren, Gemeinwohlorientierte Wohnungspolitik und soziales Zusammenleben durch entsprechende Wohnungsbaupolitik gab es Kern-Aussagen.
Der im Grundgesetz verankerte Gestaltungsspielraum aller Bundesbürger bei der politischen Willensbildung wird nicht selten unterschätzt.
Am 13.11.2017 konnten Besucher des vom Verein Gemeinsam Wohnen in der Region Koblenz organisierten Themenabends vielfältige Alternativen kennen lernen, die Bürgern ermöglichen, aktiv an der Gestaltung von neuen Wohnformen mitzuwirken. Als erste Referentin des Abends, der in die 3. landesweite Demografiewoche gelegt wurde, stellte Frau Dipl. Ing. Birgit Diesing, Stadtplanerin der „WIRAgentur für gemeinschaftliches Bauen und Wohnen“ Erfahrungen des Runden Tisches „Gemeinschaftlich Wohnen – Darmstadt“ vor. Dort wird Bürgern ermöglicht, aktiv an der Gestaltung von neuen Wohnformen mitzuwirken. Generell haben gemeinschaftliche Wohnprojekte einen weitaus höheren Anspruch, als „sich in der Nachbarschaft mit Eiern auszuhelfen“. Vielmehr zielen diese Wohnprojekte darauf ab, in selbst organisierten Hausgemeinschaften neue Formen des sozialen Miteinanders zu entwickeln und oftmals gleichzeitig benachteiligten Personenkreisen (Behinderte, Senioren, Alleinerziehende) bezahlbaren Wohnraum zu ermöglichen. Die gegenseitige Hilfe in einem selbstbestimmten sozialen Umfeld steht dabei im Mittelpunkt. Beeindruckend war die Zusammenfassung der bisher erreichten Ziele des Runden Tisches in Darmstadt. Folien des Vortrags
Frau Dipl. Ing. Roswitha Sinz aus Köln, Ansprechpartnerin für Stadt- und Quartiersentwicklung beim Verband der ehemals gemeinnützigen Wohnungswirtschaft, VdW, erläuterte in ihrem Vortrag die Grundlagen für eine neue Wohnungsgemeinnützigkeit, deren Zielsetzung bezahlbarer, sozialer Wohnungsbau in neuen Organisationsformen ist. In Folge der Wiederbelebung dieses Themas gab es eine Debatte im Bundestagsausschuss für Umwelt, Naturschutz, Bau- und Reaktorsicherheit im Januar 2017. Die von GRÜNEN/Bündnis 90 und Die Linke eingebrachten Anträge zum Thema Wohnungsgemeinnützigkeit wurden mit der Begründung abgelehnt, dass die Bezahlbarkeit des Wohnens nicht von der Organisationsform abhänge und die Bedingungen einer Wohnungsgemeinnützigkeit den Geschäftskreis der Wohnungsunternehmen stark beschränke, so dass interne Querfinanzierungen von z.B. sozialen Aufgaben nicht mehr möglich werden.Dieser Begründung schließt sich die gesamte Wohnungswirtschaft an, u.a. auch die kommunale von Mainz sowie eine Wohnungsbaugenossenschaft in Koblenz. In ihren Ausführungen plädierte Roswitha Sinz daher für eine Gemeinwohlorientierte Wohnungspolitik. Folien des Vortrags
Herr Dr. Hanno Heil, Lehrbeauftragter für Diakonische Theologie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar, fragte ob den Missständen auf dem Wohnungsmarkt entgegen gewirkt werden könne durch eine stärkere Gemeinwohlorientierung der Wohnungsbauunternehmen und Kommunen. Immerhin sei in der rheinland -pfälzischen Landesverfassung die Gemeinwohlverpflichtung der Wirtschaft, der Kommunen und Einzelpersonen deutlich formuliert. Ein Instrument zur praktischen Umsetzung des Gemeinwohlprinzips auf dem Wohnungsmarkt sieht er in der Anwendung eines Zertifizierungsverfahrens, dass die Gemeinwohl-Orientierung von Kommunen und Unternehmen misst und transparent darstellt. Der Wettbewerb auf dem Wohnungsmarkt müsse künftig nicht mehr durch die Höhe der Renditen, sondern durch die Auswirkungen der Bauvorhaben und der sie durchführenden Unternehmen auf das Gemeinwohl gesteuert werden. Er verwies auf erste Gemeinden in Österreich und Spanien, die sich auf ihre Gemeinwohl-Orientierung hin zertifizieren lassen. Dabei wird z.B. auch beurteilt, wie weit ihre Wohnungsbaupolitik das soziale Zusammenleben fördert. Folien des Vortrags
Im Rahmen der anschließenden Diskussion mit dem Publikum wurde vorgeschlagen, dass bei dem Planungsverfahren für die „Fritsch-Kaserne“ sowohl die interessierte Bürgerschaft als auch Architekten einbezogen werden sollen. Um dort nachbarschaftlich orientierte Wohnprojekte anzusiedeln, müsste ein besonderes Vergabeverfahren erfolgen, da diese in Konkurrenz zu normalen Investoren auf dem offenen Grundstücksmarkt i.d.R. chancenlos sind. Sich zukünftig in der Konsequenz für einen „Geschützten Wohnungsmarkt“ mit Vergabe an das beste Konzept und nicht zum Höchstpreis sowie mehr Bürgerbeteiligung einzusetzen, versprachen für den Verein Christine Holzing und Gesa Schmidt, die den Abend moderierten.

Themensammlung für Neue Wohnformen

Themensammlung für Neue Wohnformen

Offene Treffen für neue Wohnformen
Am Donnerstag, den 30. November um 19 Uhr findet das letzte „Offene Treffen für neue Wohnformen“ in diesem Jahr statt. Dabei geht es auch um die Themen für das kommende Jahr. Wünsche für Impulsreferate oder auch Exkursionen können gerne mitgebracht werden. Auch Studenten oder Wohnraumanbieter die sich für Wohnpartnerschaften im Rahmen von „Wohnen für Hilfe“ (www.wohnen-fuer-hilfe.de) interessieren, können sich dort informieren. Das offene Treffen ist ein gemeinsames Angebot vom Verein gemeinsam Wohnen in der Region Koblenz e.V. und dem Projekt „Wohnen für Hilfe“ und findet regelmäßig am letzten Donnerstag im Monat im Haus der Begegnung, An der Liebfrauenkirche 20, statt. Alle Interessierten sind herzlich willkommen.
Nähere Informationen gibt es bei Anne Dommershausen (0261-9528981) und Michaela Wolff (wolffhehl@aol.com).

Vereinspapier zur Wohnungspolitik in Koblenz

Vereinspapier zur Wohnungspolitik in Koblenz

Der Verein „Gemeinsam Wohnen in der Region Koblenz e.V.“ unterbreitet Wünsche und Vorschläge, die den Sozialwohnungsbau in der Stadt Koblenz fördern sollen:

1. Der verstärkte Bau von Sozialwohnungen im Besitz der Stadt ist anzustreben.
2. Quartierslösungen für soziale Mischung sind zu favorisieren, d.h. Belegungsmodelle bei der Stadtplanung zu befolgen.
3. Von Investoren sollte ein Mindestanteil für sozialen Wohnungsbau (Sozialquote) eingefordert werden.
4. Ehrenamtliches Engagement, Mieter- und Bürgervereine sowie die Vernetzung mit Quartiersmanagern sollen zum Zwecke der Selbstbestimmung und mit dem Ziel der Identifizierung mit dem Quartier als Zuhause verstärkt betrieben werden.
5. Die Stadtverwaltung sollte eine Leitstelle “Wohnen“ einrichten.
6. Die von Bund und Land initiierten Förderprogramme für den Wohnungsbau sind auszuwerten und zu nutzen.
7. Flächen, die für Sozialwohnungsbau benötigt werden, dürfen nicht nur “höchstbietend” verkauft werden. Zum Beispiel ist das Instrument der Konzeptvergabe anzuwenden, d.h. Bauland soll an den Bauherrn vergeben werden, der das bessere Konzept im Sinne günstiger Wohnprojekte oder Baugruppen realisieren will.
8. Die Stadt Koblenz soll Mitglied werden in der bundesweiten Aktion “Bündnis für bezahlbares Wohnen”.
9. Wohnungs-Leerstände über längere Zeiträume sind zu regeln.
10. Die Umnutzung von leerstehenden Büro-Räumen ist zu ermöglichen.
11. Das Gleiche gilt für Bundeswehrliegenschaften, die in z.T. extraordinär guten Stadtlagen über Jahrzehnte ungenutzt bleiben.
12. Der Verein “Gemeinsam Wohnen in der Region Koblenz e.V.” setzt sich für das Ziel von unbefristetem “Sozialwohnungsbau” ein, z.B. durch das Solidaritätsprinzip der “Neuen Wohnungegerechtigkeit”. Das muss nach seiner Abschaffung 1990 wieder eingeführt werden. Eine Wiedereinführung der Wohnungsgemeinnützigkeit (Neue Wohnungsgemeinnützigkeit = NWG) befürworten Experten z.B. vom Mieterbund und dem Städtetag. Gegner kommen aus dem Geschäftskreis von Unternehmen. Ziel ist die Schaffung von dauergebundenen Sozialwohnungen durch steuerliche Entlastungen und eine Reihe von begleitenden Regelungen. Prinzipien wären z.B.: Gewinnverzicht, Dauerverpflichtung, Zweckbindung der Mittel und die Abstellung für festzulegende Einkommen.